SG E-Gitarren

Gibson SGWer hat nicht schon einmal Angus Young von der Hardrock-Gruppe AC/DC auf der Bühne herum hüpfen sehen und sich gefragt: „Was für eine Gitarre spielt der Typ da eigentlich?

Gegen Ende der 50er Jahre wurden bei Gibson neben der Explorer auch die SG entwickelt um der Konkurrenz von Fender etwas entgegenzuhalten. Die SG sollte dabei ursprünglich die Les Pauls ablösen bzw. deren Nachfolger werden. Der wohl deutlichste Unterschied zwischen den beiden Gitarren ist der doppelte Cutaway der SG (die Les Paul hat nur einen Cutaway). Wie die Les Paul werden bei der SG Korpus und Hals aus Mahagoni gefertigt. Auf eine aufwändig gemaserte Ahorndecke verzichtet die SG, was sie zum einen flacher aber auch deutlich leichter als die Les Paul macht. Die beiden Humbucker Tonabnehmer verfügen über jeweils einen Volume- und Tone-Regler und werden über einen 3-Weg Schalter in der Nähe des oberen Horns angewählt. Einige Modelle sind mit P-90 Pickups bestückt, andere haben gleich 3 Humbucker (SG custom), für gewöhnlich werden die modernen SG’s aber mit einem 490R in Hals- und einem 498T in Brücken-Position geliefert. Die SG klingt knackig und rockig. Modelle mit schmalerem Halsprofil eignen sich auch für Schnellspieler und freunde des schweren Heavy Metal Sounds. Ihre Stärken hat die klassische SG jedoch klar im Crunch und angezerrten Bereich.

Mit zunehmendem Erfolg der SG haben auch andere Firmen Gitarren gebaut, die sich an diesem Modell orientieren, doch nur Epiphone darf mit der Lizenz von Gibson die Gitarre orginalgetreu und zum günstigen Preis nachbauen. Bekanntgemacht hat die SG vor allem Angus Young von AC/DC, aber auch Black Sabbath, Carlos Santana und Richie Sambora wissen die Klangqualitäten dieser Gitarre zu schätzen.

Kleine Geschichte der Gibson SG

Ursprünglich sollte die SG das Nachfolgemodell der Les Paul, ebenfalls aus dem Hause der amerikanischen Firma Gibson stammend, werden. Gegen Ende der 50er-Jahre brachten jedoch Firmen, wie Fender ebenfalls hochwertige Instrumente, wie die Fender Telecaster oder die Fender Stratocaster auf den Markt. Hierdurch sanken die Verkaufszahlen der Gibson E-Gitarren und man musste reagieren. Die Verantwortlichen wollten dabei vor allem ihr Image als Jazz-Gitarrenhersteller loswerden und so wurde 1961 das Nachfolgemodell der Les Paul, die Les Paul SG entwickelt. SG steht hier für Solidbody Guitar und unterstreicht den Anspruch Gibsons eine massive und moderne E-Gitarre auf den Markt zu bringen, die mit doppeltem Cutaway (Ausschnitte an beiden Seiten des Halsanfangs) ein neues und moderneres Design erhielt. Durch die Ausschnitt konnte das Instrument auch bis in die hohen Bünde problemlos bespielt werden.

Grundlegende Konstruktion der SG

gibson-sg-modelleDas für die Konstruktion der Gitarre verwendete Holz ist Mahagoni. Das Griffbrett besteht hingegen aus Palisander. Durch das Fehlen einer aufgeleimten Decke aus massivem Ahornholz – diese war bei der Les Paul noch vorhanden – ist die Gitarre insgesamt sehr leicht. Die standardmäßig integrierten Tonabnehmer sind die 490R- und 498T-Humbucker (zwei Single-Coils in einem Tonabnehmer). Es gibt aber auch andere SG-Modelle mit integrierten P-90-Single-Coils.

Die ersten Modelle waren zudem mit einem Vibrato-Hebel ausgestattet, der aber an heutigen Modellen kaum noch zum Einsatz kommt.

Verschiedene Bauformen der SG

Die Standard-SG in weinrot ist mit zwei Humbuckern, Trapezeinlagen im Griffbrett und silberchromfarbener Tonabnehmerkappen ausgestattet und hochglänzend transparent lackiert. Die „Custom“-Variante ist vor allem optisch aufwertender gestaltet: Goldfarbene Hardware und ein aus Ebenholz bestehendes Griffbrett sind dabei nur einige Besonderheiten dieses Gitarrentyps. Modelle wie die „Special“, „Junior“ oder „Faded“ sind Gitarren des unteren Preisniveaus und verfügen meist „nur“ über P-90-Pickups und Punkt-Inlays auf dem Griffbrett.

Die zu Gibson gehörende Firma Epiphone bietet kostengünstige Gibson-Modelle, unter anderem auch die SG, an. Die Modelle unterscheiden sich vor allem in der Verarbeitung vom Original. So werden die Hälse von Epiphone-Gitarren geleimt oder verschraubt und nicht aus einem einzigen Holzstück hergestellt.

Klangliche Merkmale

Da die SG hauptsächlich mit Humbuckern bestückt ist, hat sie einen von Natur aus warmen und druckvollen Klang. Durch den massiven Resonanzkörper aus Mahagoni-Holz ist der Sound des Instruments sehr direkt und perkussiv. Damit ist die Gitarre prädestiniert für die harten und verzerrten Klänge der Rockmusik. Pete Townshend von The Who spielt beispielsweise eine „SG Special“. Die SG ist heute nicht mehr wegzudenken und hat sich fest im Gitarren-Sortiment etabliert.

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