ESP LTD H-308 Black Satin

Nachem Ibanez 2007 mit der RG2228-GK den Ball für seriengefertigte 8-Saiter ins Rollen gebracht hat, sind auch Firmen wie ESP mit auf den Zug gesprungen und produzieren erfolgreich ihre eigenen 8-Saiter Modelle. Üblicherweise rangieren solche Gitarren jenseits der 1000€ Grenze im oberen Mittelfeld der Gitarrenpreise. Die H-308 von ESP gibt es jedoch bereits für unter 800€. Wir wollen der Gitarre heute mal auf den Zahn fühlen und sehen, was das Teil so kann.

Aufbau und Verarbeitung

Die Gitarre setzt auf bewährte Konzepte. Mahagoni Korpus und durchgehnder Ahornhals sorgen für einen fetten Sound mit ordentlich Sustain, was man auch schon unverstärkt deutlich hört. Korpus und Kopfplatte wurde jeweils ein schmales aber schickes perloid Binding spendiert und beide sind in mattem Satin schwarz lackiert. Das Palisandergriffbrett besitzt eine schöne Maserung und beherbergt 24 sauber abgerundete und entgratete X Jumbo Bünde. Dezente Inlays unterhalb der 8. Saite geben Orientierung und am 12. Bund befindet sich ein Perloid Inlay mit dem Modelnamen „H-308“. Der Ahornhals mit seinem U-Profil ist schlank, aber nicht „Ibanez-schlank“. Wer es wirklich ultraflach mag empfindet das Profil der H-308 evtl. für etwas fett, aber die Gitarre lässt sich dennoch einwandfrei bis in die hohen Lagen auf jeder Saite bespielen.

Pickups

Zwei Fette EMG 808 Pickups sorgen für amtliche Töne und eine feste Brücke mit 8 einzel justierbaren Saitenreitern bringt zusätzliches Sustain und Stimmstabilität. Die Kombination aus Roland Cube 30 und Peavey Valveking 100 hat sich für mich beim Test der Ibanez RG2228-GK bereits bewährt und so sind die beiden auch hier wieder vertreten. Die Acoustic Simulation des Cube 30 beschert auf dem Neckpickup erstaunlich cleane und warme Sounds und auch die Mittelstellung fängt bei höheren Lautstärken nicht an zu crunchen. Letzteres lässt sich leider nicht vom Stegpickup behaupten, der leicht klirrt wenn es mal lauter wird. Mit zunehmendem Gain läuft die 308 dann jedoch zur Höchstform auf. Finsterer Metal Sound wie er sich gehört, grade über den Brücken-EMG, der scharfe Zerrsounds mit ordentlich Punch zaubert. Der Neck Pickup sorgt für fette und cremige Töne, die lange ausklingen und eine angenehm warmen Charakter haben. Wie bei der großen Ibanez Schwester kommt es auch hier zu keinerlei Soundbrei oder matschigem Klangbild. Für mich wiedermal überraschend, da man grade bei Gitarren mit solch tiefen Tönen und zu solch einem günstigen Preis damit hätte rechnen können.

Fazit

Sehr gute 8-Saiter von ESP im unteren Preisbereich, mit tadelloser Verarbeitung, fetten Zerrsounds und guter Leistung im Clean Kanal. Letzterer kleiner Minuspunkt ist verschmerzbar und bei Gitarren die im Heavy Bereich ihre Stärken haben absolut tolerierbar. Leider wird die ESP nicht wie die Ibanez Konkurrentinnen mit einem Koffer oder Gigbag geliefert, so dass man dieses noch dazukaufen muss, wenn es mit der Gitarre auf Tour gehen soll. Alles in allem aber eine tolle 8-Saiter zum sehr guten Preis.

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