Gitarrenhölzer

In dem nachfolgenden Artikel haben wir für euch etwas über die Hölzer zusammengetragen, die beim Bau von E-Gitarren häufig oder auch weniger häufig ihre Verwendung finden. Bei E-Gitarren ist die Auswahl er Hölzer zwar nicht ganz so ausschlaggebend wie beim E-Bass, dennoch spielt gerade das Holz des Korpus eine gewisse Rolle bei der Entfaltung des Tones. Aber auch das Holz für Griffbrett und Gitarrenhals nimmt wenn gleich auch Wenge etwas Einfluss auf den Klang. Nachfolgend findet ihr eine Übersicht der Hölzer, die im Bereich des Instrumentenbaus am geläufigsten sind.

Ahorn

Dieses Holz ist wohl mit eines der am häufigsten verwendeten Tonhölzern im Instrumentenbau. Egal ob Bass, E-Gitarre oder Streichinstrumente die Eigenschaften des Ahorns sorgen für einen klaren Sound mit feinen aber definierten Bässen und gleichzeitig brillanten Höhen. Aufgrund der Beschaffenheit des Holzes ist es auch hervorragend geeignet für Gitarren Hälse und oder Griffbretter. Bei vielen Gitarren wurde auf den Korpus eine Decke aus Ahorn aufgesetzt das verleiht der Gitarre neben einem durchsetzungsfähigen Klang häufig auch noch eine optisch sehr schöne Note.

 

Bubinga

Bubinga ist ein Hartholz aus den Wäldern von äquatorial Afrika stammt. Genauer gesagt findet man Bubinga in einer Region im Südwesten Nigerias über Kamerun und Gabun bis hin zum Kongo. Das Holz ist vor allem an seiner starken und teilweise auch optisch sehr dekorativen Maserung zu erkennen. Akustisch zeigt sich das Holz sehr schwingfreudig. So bekommt ein Instrument dessen Klangkörper aus Bubinga gefertigt wurde ein Klang der charakteristisch sehr klar und definiert ist sowohl im Bassbereich als auch im oberen Ende des Frequenzspektrums.

 

Ebenholz (Ebony)

Das nächste Holz auf unserer Liste ist das Ebenholz. Im Bereich der E-Gitarren und des Instrumentenbaus wird es häufig auch beim englischen Namen Ebony genannt. Hier handelt es sich ähnlich wie beim Bubinga oder Palisander um ein Tropenholz. Das Ebenholz ist vor allem wegen seiner hohen Dichte und Festigkeit bekannt und beliebt. Da es sich hier um ein Tropenholz handelt, ist der Preis dementsprechend hoch. Dieses Holz kommt häufig bei sehr teuren Instrumenten zum Einsatz.

 

Erle

Das ist wohl das am häufigsten verwendete Tonholz bei Gitarren. Gerade bei Gitarren, die kein Vermögen kosten hat, sich das Holz als ideal für die Fertigung des E-Gitarren-Korpus bewiesen. Aufgrund der Klangeigenschaften der Erle erzielt man hier beim fertigen Instrument einen sehr ausgewogenen, aber dennoch obertonreichen Sound mit satten Bässen und Höhen ohne das sie zu sehr aus dem Klangbild herausragen. Häufig wird dieses Holz auch Alder genannt.

 

Esche

Dieses Holz wird mittlerweile gerade im Bereich der E-Gitarren nicht mehr so häufig wie früher eingesetzt. Die klanglichen Eigenschaften sorgen zwar für einen knallharten Attack im Sound, im Vergleich zu anderen Hölzern ist der Klang aber eher etwas trocken und nicht so ausgewogen. So kommt es vor das der Ton im Mittenbereich sehr schwach ausgebildet wird, die Höhen sind dafür umso präsenter und auch teilweise zu hart.

 
 
 

Sumpf-Esche

sumpf escheHier handelt es sich um eine besondere Eschenart. Oft nennt man dieses Holz auch Swamp-Ash. Der Baum kommt ausschließlich in sumpfigem und sehr feuchtem Gelände vor. Beim Gitarrenbau kommt hier der Teil des Baumes, der unter Wasser liegt zum Einsatz. Die Sumpf-Esche bietet in Bezug auf die Klangeigenschaften alles, was die normale Esche nicht bietet. Als Ergebnis bekommt man einen ausgewogenen Ton mit gut definierten Bässen und dezenten Höhen. Ein weiterer Vorteil der Sumpfesche gegenüber der normalen Esche ist das Gewicht. Die Sumpfesche ist deutlich leichter als ihre Verwandten an Land.

 

Koa

Dieses aus Hawaii stammende Holz wurde ursprünglich nur für die Fertigung von traditionellen hawaiianischen Instrumenten wie den Ukulelen verwendet. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Holz, mit der sehr außergewöhnlichen und starken Maserung, aber auch zunehmend von amerikanischen Gitarrenbauern entdeckt. Diese Erkannten auch schnell die Vorzüge dieses Klangholzes. Der Ton ist sehr klar und transparent mit einem deutlich mittigeren Klang.

 

Linde (Basswood)

Dieses Holz weist eine mittlere Dichte auf und findet häufig bei E-Gitarren, die einen sehr weichen, mittigen Klang liefern, sollen seinen Einsatz. Also ideal für Gitarren, die im Rock-Genre zu Hause sind. Hier kann das Holz seine Eigenschaften am besten zu Geltung bringen.

 

Mahagoni

Dieses Tropenholz ist wohl eines der beliebteren und auch verbreiteteren Hölzer im Bereich des Gitarrenbaus. Das vielseitig einsetzbare Holz liefert einen sehr sustainreichen Ton, der sowohl warm und ausgewogen ist. Der Sound entfaltet sich besonders in den Obertönen der Höhen. Häufig findet man die Kombination Mahagoni Korpus mit aufgesetzter Ahorndecke. Mit dieser Kombination bekommt das Instrument noch eine deutlich verbesserte Durchsetzungskraft. Diese Kombination findet zum Beispiel bei der Les Paul von Gibson ihren Einsatz

 

Palisander

Ähnlich wie das Ebenholz ist auch Palisander ein sehr dichtes Holz. Diese Eigenschaften machen das Holz ideal zur Fertigung von Griffbrettern oder Brücken. Eine häufige Kombination, die man hier findet, ist ein Ahornhals mit einem aufgesetzten Griffbrett aus Palisander. Diese Bauart findet man häufig bei Fender Stratocaster Modellen. Im englischen nennt man Palisander häufig Rosewood.

 

Pappel

Die Pappel ähnelt in ihren spezifischen Klangeigenschaften denen der Linde, also sehr weicher mittiger Sound. Dieses relativ günstige Holz kommt sehr oft bei günstigen Gitarren zum Einsatz und kann hierbei vor allem bei Herstellern punkten da es sehr einfach zu Verarbeiten ist.

 
 
 
 

Walnuss

Dieses Holz wird gerade in letzter Zeit immer beliebter bei Gitarrenbauern. Nicht nur weil Farbe und Maserung des Holzes optisch überzeugen, auch aufgrund der Eigenschaften als Klangholz. Hier liefert Walnuss einen sehr ausgewogenen Ton dieser ist sehr dezent im Bassbereich und die Höhen umspielen die sehr ausdrucksstarken Mitten geradezu. Bei Ibanez Gitarren findet man Walnuss auch häufig im Hals der Gitarre. Hier wird Ahorn durch stabförmige Inlays aus Walnuss unterstützt.

 

Wenge

Das aus dem Konto stammende Holz ist hart, elastisch, schwer und witterungsfest. Die klanglichen Eigenschaften des Holzes überzeugen vor allem durch die ausgeprägten und weichen Bässe. Am häufigsten wird dieses Holz aufgrund seiner Stabilität und guten Bearbeitungsmöglichkeiten bei der Fertigung von Hälsen und Griffbrettern genutzt.

Über daniel

PRS Fan aus Leidenschaft und begnadeter E-Gitarren Spieler (sagen zumindest meine Kollegen). Ich bin Berufsmusiker und schreibe gerne für e-gitarren.com interessante Tests und Ratgeber. Fragen? Melde Dich gerne bei mir!
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